Preise 2005
Eine Versteigerung bei ebay mit dem "Sofortkauf-Preis" von 2.400 Euro fand selbstredend keinen Interessenten. Die Beschreibung des Wundergeräts zum Wandtrocknen ist jedoch so gut gelungen, dass bei einem niedrigenrem Startpreis sicher einige Esoteriker darauf hereingefallen wären. Sie lautet:
"Der Biopol Plus ist eine
Entwicklung der neuen Quanten-Informationsphysik. Hierbei
werden Informations- und Energiefelder aufgebaut, die wirksam in die
Struktur der Materie eingreifen. Es gibt dabei Felder, die die
Polarität des Mauerwerks umkehren und den Sog der Feuchtigkeit
von Aussen nach Innen umdrehen, sodaß nun die Sogwirkung von
Innen nach Aussen wirkt, wobei sogar das umgebende Erdreich
trockener wird !!
Der BIOPOL Plus bietet Ihnen so eine dauerhafte Trockenlegung des
Mauerwerkes. Er verhindert Verputzschäden durch aufsteigende
Feuchigkeit im Mauerwerk. Durch die Austrocknung des Mauerwerkes wird
eine kostengünstige Sanierung von Altbauten möglich.
Schimmelbildung an den Wänden kann so verhindert werden.
Eine weitere positive Eigenschaft dieser Quantenfelder ist die
Harmonisierung der gesundheitsschädlichen elektromagnetischen
Strahlungen auf den menschlichen und tierischen Organismus. (Handies
und Handysender, Stromleitungen, Computer, Mikrowelle,
Schnurlostelefone usw.)
Es erfolgt auch eine Harmonisierung von Erdstrahlen, Wasseradern und
Gitternetzen.
Ein sehr wichtiger Schwerpunkt ist die bioenergetische Wasserbelebung
in einem Umkreis von 60 m Radius. Das Wasser wird gesund
"rechtsdrehend" und weich. Dieses "belebte" Wasser entschlackt den
Körper von belastenden Substanzen und der Mensch kann sich
wieder regenerieren. Herkömmliche Wasserbeleber, die mit
Magnetismen arbeiten, schaffen eine durchschnittliche Energieanhebung
im Wasser bis 25.000 Boviseinheiten. Der "Biopol-Plus" erreicht eine
Energieleistung von bis zu 65.000 Boviseinheiten im Wasser.
Der Kalk im Wasser bleibt in Lösung und lagert sich nicht so
agressiv an den Rohrwänden, Boilern, Leitungen,
Sanitärmobilar und Armaturen ab.
Das Gerät wirkt stromlos und versorgt sich auf Grund seines
quantenphysikalischen Aufbaus selbst. "
Ein Gerät das wirklich alles kann! Dem Schöpfer der Quanten-Informationsphysik gebührt jedenfalls das Goldpokal-Nili 2005.

Haben Sie schon einmal Briefmarken bei der Post on-line bestellt? Wenn ja, vielleicht ist Ihnen dann auch das passiert, was mir jedes Mal widerfährt. Aber vielleicht ist das Phänomen ja einmalig und betrifft nur mich? Jedenfalls muss ich mir jedes Mal ein neues Password geben lassen. Egal, wann und was ich bestelle, mein Password, das mir die Post zugeteilt hat, funktioniert nie zweimal hintereinander. Erklären kann sich das natürlich niemand!
Ach ja, die Post! Wer dachte, dass all die Absurditäten (siehe meine Story von 1999 "Auf der Post") mit der Privatisierung und der (immerhin teilweisen) Abschaffung der Monopole vorbei sind, der hat sich getäuscht. Neulich, zwei Wochen vor Weihnachten, stehe ich wieder mal in einer Schlange vor dem Postschalter, muss ein Paket aufgeben. Vor mir ein junger Bursche mit unzähligen kleinen Päckchen, aber alle von der gleichen Größe. Der Postler legt jedes Päckchen auf die Waage, liest bei jedem Päckchen das Gewicht ab und schaut jedes Mal (mindestens 7 mal hintereiander) auf seiner Liste, was das Teil kostet! Bei soviel Gewissenhaftigkeit wartet man doch gern eine halbe Stunde, nicht wahr. Und man vergibt hierfür, wie auch für die on-line-Post, gern eine Silberkuh. Mooouh!

Die Wahl für den Bronze-Stier fiel recht schwer. Da gab es z.B. eine Anleitung zum Flechten eines Zopfes mit Sätze wie "Eine Schwanzfigur kann durch das Zusammenflechten der Haarenden ein Eigenartigkeit schaffen" oder die Werbung für "DVD XXX-Langmetragefilme zum Kriegen". Ebenfalls preisverdächtig war das Motto des Landes Baden-Württemberg auf Schokoladentafeln, die zu Werbezwecken verteilt wurden: "Come to the country, where milk, chocolate and motor oil flow." Guten Appetit! Am Ende entschied sich der Kuh-Gucks-Klan aber für folgende Abhandlung zum Film "Star Wars Episode III". Es folgt das Zitat:
"Das Gesetz der Sith
Das Gesetz der bösen Seite der Macht sieht vor, dass es nie mehr
als zwei Sith, bei strenger, ja drakonischer Unterordnung, gibt. Wo
Stärke gleich ausfällt oder ein dritter Kandidat auftaucht,
wird das Böse merkwürdig instabil, brechen die Hierarchien
ein, werden rasch die Fronten gewechselt, wird angegriffen,
eingeschüchtert, verstümmelt oder getötet, um die
Herrschaft der Raubtiere auf allen Ebenen chaotisch neu zu verteilen.
Der Reiz des Bösen ist gerade n i c h t ein Substanz- oder
Subjektbegriff, dem ewig stagnierenden deutschen Hitlerismus, sondern
modernes, strukturelles Gangstertum. Die SS-Schnauze von Vaders Maske
und die Operette von Palpatines Kapuzinerkutte sind trotz allem
verbunden mit dem für Lucas typischen evolutionären
Anarchismus, einer darwinistischen Chaotik, dem ebenso unverhofften
Motorenausfall wie erfolgreichen Austausch der Ersatzteile des ewigen
Bastler am Mythos. (Peter V. Brinkemper, Telepolis,
16.05.2005)"
Alles klar?
Dieses Jahr gibt es wieder den "Nasse Betonsack" und zwar für einen Brunnen in der kleinen Gemeinde Nals, Südtirol. Wie mir Bürger dieser Gemeinde mitteilten, sei das Kunstwerk durchaus umstritten. Vor allem Frauen finden es "obszön" bzw. "pervers". Nun, wie sagte schon jener französische König als einer noblen Dame das Strumpfband riss: "Honny soy qui mal y pense." Wie auch immer: Der Brunnen, der sterile neue "Dorfplatz" und das protzige neue Rathaus (rechts) der Dreitausendseelen-Gemeinde verdienen schon ein bissl nassen Beton, oh yeah!
Die merkwürdigsten Titel von Forschungsprojekten unserer Fachhochschulen im Jahr 2005. Die Titel sagen natürlich nichts (aber auch rein gaaar nichts) über die Qualität der Projekte aus.
Fehlt nur noch, dass mal einer untersucht, ob das kognitive System von Sanskrit-sprechenden, abferkelnden Golfern auch auf indischer Logik beruht.
Und wer noch nicht weiß, was der "Kuh-Gucks-Clan" ist, hier gibt's Aufklärung ;-)
Die Preise werden jährlich vergeben. Vorschläge werden gern entgegen genommen.
Bilder:
Zeichnungen der 3 Awards: Andrea Thum
Narrenkappen-Nili: Sabine Thum
Foto: Rolf Thum