Kuh-Guckser-Award

für gaaaaanz besondere Leistungen, Schildbürgereien und Absurditäten

Preise 2003

 

 

Das "Goldpokal-Schwinger-Nili", also den Preis für die mit Abstand "beste" Leistung im letzten Jahr erhält die Firma Microtek für Ihren Scanner X12 USL Dieses für meine Dienststelle angeschaffte und vom Händler so hoch gelobte Gerät war innerhalb der Garantiezeit schon fünf Mal beim Service, wobei zwei Mal die Lampe und ebenfalls zwei Mal das gesamte Gerät ausgetauscht werden musste. Bei einem der Gerätetauschs kam dann zu meiner Freude ein anderes Modell (ohne den ursprünglich vorhandenen Durchlichtaufsatz) zurück. Erst hartnäckiges Nachbohren und Drohungen aller Art bewegten Fa. Microtek, mir die Durchlichteinrichtung wieder zur Verfügung zu stellen - allerdings defekt! Inzwischen habe ich resigniert. Glücklicherweise sind Durchlicht-Scanner im Zeitalter der Digitalfotografie nicht mehr sonderlich notwendig. Und falls dann doch einmal ein Dia eingescannt werden muss, lasse ich lieber einen Papierabzug anfertigen und scanne diesen mit meinem anderen (privaten) Scanner Marke Linotype-Hell ein.

Zweiter Platz: Der "Medaillen-Elch" strahlt für die Stadt Mannheim, die in diesem Jahr zu einer Offensive gegen den Schmutz auf den Straßen geblasen hat und angeblich in der Innenstadt sogar eifrig Bußgelder für Dreckwegwerfer verhängt. Da allzu viel Sauberkeit am Image des für seinen Dreck ja weithin bekannten Mannem kratze, hat die Stadt wieder begonnen, in Grünanlagen Unkrautvernichtungsmittel einzusetzen. Nach der Devise: Darf's ein bissl mehr Gift statt leeren Dosen und zerknüllten Zigarettenschachteln sein? Aber keine Angst, der Zivilisationsmüll auf den Straßen ist nicht weniger geworden. Man laufe nur mal die Windeckstraße von der Hochschule zum Bahnhof oder durch die Neckarstadt (vom Jungbusch oder der Gegend um den Möbel Walter will ich schon gar nicht reden). Für jedes Dreckstück, das dort rumliegt, 10 Eurocent und die Silbermedaille, die der Elch da trägt, wäre schnell bezahlt!

 

Dritter Platz: Den Blumenstrauß, den die Kuh da trägt (und den sie vielleicht gleich aufessen wird) erhalten alle die Sprecherinnen und Sprecher im Radio, die das Wort "Journalisten" oder "Journal" nicht mehr aussprechen können! Besonders nervt mich jeden Morgen die Ansage im SDR 2 für die - an sich ja informative und gute - Sendung "SDR 2 - Journal": "SDR 2 Schornal", so klingt es mir da immer entgegen. Eine Sprecherin im Deutschlandfunk setzte dem noch eines drauf. Am 2. Dezember morgens gegen 7.25 Uhr wurde da über die eingeschränkte Pressefreiheit im Iran berichtet. Und mindestens ein halbes Dutzend Mal, so das klar war, das es sich nicht um einen einmaligen Versprecher handelte, sagte die Sprecherin: "Tschorrnalisten". Da die Dame ansonsten fließend, grammatikalisch richtig und akzentfrei sprach (bis auf das leicht rollende R wie man es aus dem Fränkischen kennt), will ich davon ausgehen, dass es sich nicht um eine Person handelte, für die Deutsch eine Fremdsprache war. Aber "Journal" kommt ja aus dem Französischen. Und wer lernt heute noch Französisch!? Ils sont fous, les journalistes!

Und gleich noch einen dritten Platz gibt es für den unten abgebildeten Spaghetti-Halter (neudeutsch auch "Spagetti" geschrieben) mit der klangvollen Bezeichnung "Pippo Pasta". Jegliche weiteren Kommentare dazu sind eigentlich überflüssig - so überflüssig, wie das "Gerät" selbst!


 

Auch den "Nassen Betonsack" für sonderliche Architektur wollen die Kuh-Guckser dieses Jahr vergeben. Das unten abgebildete Gebäude steht in Hannover am Ägidientorplatz (in der Nähe des Neuen Rathauses). Die Anordnung der auf das Dach des Hauptgebäudes aufgesetzten, weitgehend verglasten "Kästen", erzeugt bei manchem Betrachter das Bedürfnis, diese gerade zu rücken. Die Winkel, mit denen die Stockwerke gegeneinander versetzt sind, würden sicher jeden Feng-Shui-Anhänger die Haare sträuben lassen. Wenngleich es Leute gibt, die diese Architektur "gelungen" oder sogar "mutig" empfinden - mir ist sie nur einen "Betonsack" wert!


Mitunter stolpert man über Dinge, über die man nicht mehr Schmunzeln kann und die nicht einmal für einen Kuh-Guckser-Award gut sind. So das hier abgebildete Flugblatt einer selbst ernannten Tierschützergruppe. Nichts gegen Tierschützer; viele dieser Gruppen leisten wichtige Arbeit; (echter Tierschutz ist auch Menschenschutz). Aber wenn jemand solche absonderliche Behauptungen in die Welt stellt (siehe Hervorhebung im Text von mir), ja dann ...Das Blatt wurde übrigens vor einer Katzenausstellung in diesem Herbst verteilt. Ich glaube nicht, dass sich jemand von den Ausstellern oder Besuchern von den "Argumenten" in diesem Blatt "überzeugen" ließ. Kein Preis also hierfür - allenfalls die schellenbehangene Narrenkappe!


Aber: Da ist ja dann noch der Gummi-Weihnachtsmann, den sich ein Privatmann in Heidelberg-Handschuhsheim in seinen gerade mal 100 qm großen Garten gestellt hat. Das Gebilde ist von Innen beleuchet und muss ständig mit Druckluft versorgt werden, sonst sackt es in sich zusammen. Man sieht diese Monstren mitunter in Bau- oder Gartenmärkten, in Privatgärten sind sie noch selten. Bei dem sich Jahr um Jahr verschärfenden "Wettbewerb" um die beste Advents- und Weihnachtsdekoration in Fenstern, an Fassaden oder eben in den Gärten, mag es einem aber nicht wundern, wenn solche Gummipuppen bald zum normalen Erscheinungsbild im Dezember* gehören. Wir Kuh-Guckser freuen uns darauf und nehmen jeden, der sich so eine Figur aufstellt, gern in unseren Clan auf. Giigick!

(Links: Nikolaus im Durchlicht, rechts: selbiger im Auflicht)

* Wobei zu befürchten ist, dass die Weihnachtsmänner schon ab September aufgestellt werden, da der Advent ja bekantlich jedes Jahr früher beginnt. (Siehe unsere Kaufhäuser und Supermärkte).


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Und wer noch nicht weiß, was der "Kuh-Gucks-Clan" ist, hier gibt's Aufklärung ;-)


Die Preise werden jährlich vergeben. Vorschläge werden gern entgegen genommen.

 


Bilder:
Zeichnungen der 3 Awards: Andrea Thum
Zeichnungen der Betonsack- und Narrenkappen-Nilis: Sabine Thum
Fotos: Rolf Thum