Kuh-Guckser-Award

für gaaaaanz besondere Leistungen, Schildbürgereien und Absurditäten

Preise 2013

 

Gold

bekommen in diesem Jahr all die Raucher, die ihre Zigarettenschachteln in die Landschaft werfen. Was dabei besondern "Kuh-Guckser-Award-würdig" ist, ist der Umstand, dass viele Raucher ihre leere Packung erst zerknüllen, bevor sie sie wegwerfen. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht hat die Wissenschaft eine Antwort darauf (Psychologen, Verhaltensforscher ...)? Stellvertretend für alle Packungen, die auf den Straßen herumliegen, hier eine, die besonders kunstvoll zusammengewurstelt wurde (nein, ich habe nicht nachgeholfen!) Wenn man für jede leere Zigarettenschachtel, die nur an einem Tag in Deuschland in die Landschaft geworfen wird, einen Cent hätte, könnte man sicher auf einen Goldtaler beißen, wie das Nili!

Zerknuellte Zigarettenpackung

 

Silber

vergeben die Nilis dieses Jahr an die China-Restaurants, die mit der Bezeichnung ihrer Speisen so erfinderisch sind. Siehe stellvertretend den hier abgebildeten Ausschnitt aus einer Speisekarte. Besonders interessant finden wir das "Feuerhuhn" oder die "Heiße Lady auf der heißen Platte". Man möge sich das bildlich vorstellen. Jedenfalls vergeben wir dafür mit groooßem Glück den Silberpokal.

Chinesische Speisekarte

Chinesische Speisekarte

 

 

Bronze

gibt es für einen philosophischen Erguss, den ich dieses Jahr in einer Mailingliste (die sich mit dem Thema "Nachahltigkeit" beschäftigt) an unserer Hochschule vorgefunden habe. Vermutlich bin ich nur etwas geistig zu träge, um den Ausführungen folgen zu können. Aber wie es auch sei, die Welt dreht sich auch weiter, wenn ich nichts verstehe, und der Elch präsentiert stolz seine Medaille.

Liebe Mitglieder der Mailing-Liste,

aus systemtheoretischer Sicht stimme Ihnen, Herr ABC, zu. Die Gefahr der Integration in eine „höhere Ordnungsebene“  kann durch die systemtheoretischen Brille nur als hohes Risiko gewertet werden: Wir können mit der Systembrille die destruktiven Auswirkungen der Integration sehen. So ist etwa Einheit (Totalität) in den trefflich beschriebenen „totalitären Systemen“ das oberste Ziel. Was aber ist mit dieser Einheit verbunden? Die Irritabilität der Systeme wird auf einem möglichst geringen Niveau gehalten. Ergo, die Entwicklungs- bzw. Lernfähigkeit der Subsysteme und des Gesamtsystems (Gesellschaft) ist damit eingeschränkt. Sicherheitssysteme wie etwa die Staatsicherheit (Stasi) sitzen dann der Ausdifferenzierung quasi parasitär auf. Übersteuerung ist die Folge. Das Fazit lautet also: Systeme werden auf Kosten der Ausdifferenzierung „integriert“. Das kann nicht Sinn und Zweck sein. Ich gehe davon aus, dass wir Wege in und mit der Ausdifferenzierung finden müssen und sollten.

SystemtheoretikerInnen sehen die evolutionären Vorteile der Ausdifferenzierung. Oder besser: erleben die Ausdifferenzierung als Evolution. Dieser Prozess ist m. E. auch lange noch nicht abgeschlossen. Die Ausdifferenzierung geht weiter. Aus diesem Grund habe ich auch in meinem letzten Kommentar inter- und transdisziplinären Teams als Möglichkeit zur „Kybernetik zweiter Ordnung“ beschrieben. Auch diese werden – trotz aller Kommunikativen Feedback-Loops - die Differenzierung vorantreiben und diese nicht rückgängig machen. Aber wenn Sie so wollen, lieber Herr XY, (und nun werde ich versöhnlich mit Ihrem Begriff „höhere Ordnungsebene“ und möchte eine Brücke bauen), liegt es in der Übung der „Beobachtung zweiter Ordnung“ und dann noch weiter in der Übung „Kybernetik zweiter Ordnung“,  Integration nicht auf Kosten der Ausdifferenzierung, sondern sie in und mit der Ausdifferenzierung zu erleben.

 

Den Nassen Betonsack

vergeben wir dieses Mal für den Architekten einer Hochschulbibliothek (wir verraten jetzt aber nicht, wo sie sich befindet, nur so viel: südlich des Mains), der das Gebäude so gestaltet hat, dass die Akustik darin derart schlecht ist, dass am Eingang Ohrstöpsel ausgegeben werden - damit die Studierenden, wenn sie denn wollen, in Ruhe ihre Texte lesen können. Es soll die einzige Bibliothek einer Universität bzw. Hochschule in Deutschland sein, die solche Ohrstöpsel aushändigt. Auch ein Alleinstellungsmerkmal!

Ohrstoepsel-Automat

Nasser Betonsack und Nilis

 

Die Narrenkappe mit Schellen

Narrenkappen-Nilis

bekommen diejenigen, die die Wortschöpfung "GroKo" zum Wort des Jahres gekürt haben. Ist die Abkürzung schon schlimm genug, so setzt deren Erhöhung der Narretei noch die Kappe auf. Und irgendwie reizt es, an dieses Kürzel noch ein "tz" anzuhängen - tun wir aber nicht, denn wir wollen ja niemandem (weder Schwarz noch Rot) zu nahe treten.

 



Und dann noch das:

Seltsame_Adresse

So etwas kommt zu Stande, wenn man ein automatisches Korrekturprogramm laufen hat, dass aus HU Ungarn (bzw. hier auch noch falsch geschrieben Ungaren) und DE Deuschland macht. Der Brief kam aber trotzdem an, was schon an ein Wunder grenzt, da die Post ja heutzutage sehr pingelig ist, wenn Adressen falsch geschrieben sind (siehe Kuh-Guckser-Award 2008). Aber die "Morgenpost" im Rhein-Neckar-Kreis ist ja noch ein wenig liberaler.

 


Preise der Vorjahre siehe Award-Startseite

Und wer noch nicht weiß, was der "Kuh-Gucks-Clan" ist, hier gibt's Aufklärung ;-)


Die Preise werden jährlich vergeben. Vorschläge werden gern entgegen genommen.

 


Entwürfe für die Bilder: Sabine Thum
Fotos: Rolf Thum

Zur rechtlichen Absicherung: Diese Seite will nicht unbedingt ernst genommen werden. Es ist nicht damit beabsichtigt irgendjemand bloß zu stellen oder zu ärgern. Wer sich dennoch getroffen fühlt, möge in sich gehen und überlegen, warum gerade er oder sie hier genannt wird und ob er oder sie es nicht vielleicht mit Humor nehmen kann.