Stark bedrohte Spezies:

Die menschliche Stimme (Sonus homini)

 

Oder: Die Welt wird stumm

 

 

Insektenbrummen, Vogelsang,

wird rar und über kurz und lang,

werden selbst die Autos still,

wenn jeder ein E-Fahrzeug will.

Mich aber treibt ganz and’res um:

Auch wir Menschen werden stumm.

 

Digital’ first, Bedenken second,

ist bei mir Bedenken weckend,

denn unsere Kommunikation,

verzichtet mehr und mehr auf Ton,

weil jeder hirnverbrannt, vernarrt,

nur noch auf sein Smartphone starrt.

Ob in Schulhof, Mensa, Bahn,

keiner schaut mehr den anderen an,

weil alle auf ihr Display glotzen,

ich finde das – Pardon – zum  K...

Denn, wenn jeder tippt, statt spricht,

verliert sich da die Sprache nicht?

Was aber tippen denn die Leute?

Wo sie sind, was sie grad freute?

Was sie beim Einkaufen vergessen

oder was es mittags gibt zu Essen?

Mehr kaum, denn was kann noch passieren,

wenn alle nur noch handynieren?

Wenn keiner mehr spricht – oh welch Entsetzen!

Leute, lasst uns wieder mehr Schwätzen!

 

 

Weitere Gedichte zu stark bedrohten Spezies (und auch zu einigen ausgestorbenen und gar nicht bedrohten) finden Sie in meinem Gedichtband „Tierisches, allzu tierisches“; im Buchhandel erhältlich.