Kuh-Guckser-Award

für gaaaaanz besondere Leistungen, Schildbürgereien und Absurditäten

Preise 2017

 

Gold

bekommt dieses Jahr zunächst ein italienischer Supermarkt in unserer Region bzw. eine der dortigen Angestellten. Meine Frau reklamierte an der Kasse eine Polenta, die wir dort gekauft haben, die über 4 Monate über'm Verfallsdatum war und nach Plastik geschmeckt hat. Die einzige Reaktion der Verkäuferin war (mit italienischer Gestik): "Is nicht meine Schuld!" Da ist man baff oder beißt gleich statt in die Polenta in den Goldtaler.

 

Ebenfalls zum Beißen war, dass wir dieses Jahr in der Gaststätte im Südtiroler Freilichtmuseum Dietenheim nichts zu beißen bekamen. Wir - und andere Gäste - warteten über eine halbe Stunde, wurden aber von der hektisch herumrennenden Bedienung völlig ignoriert. Wir gaben auf und erfuhren von einer Dame an der Kasse des Museums, dass wir nicht die einzigen Gäste sind, die dort vergeblich auf Speise und Trank warteten. Wir gingen schließlich in eine nahe Bäckerei und versorgten uns dort mit Brötchen und Kuchen. Erfreulicherweise durften wir danach wieder ins Museum rein - und bedankten uns bei der Dame an der Kasse - nein, nicht mit Gold - mit einem Stück Kuchen. Es hieß übrigens, das Museum suche einen anderen Pächter für sein Lokal.

 

Silber

vergeben wir für denjenigen, der sich diesen Werbegag ausgedacht hat:

Die Roboterdame Sophia ist die erste künstliche Intelligenz mit Staatsbürgerschaft.
Das Kunstwesen ist jetzt offiziell Bürgerin von Saudi-Arabien.

Der künstlichen Intelligenz der Firma Hanson Robotics mit Sitz in Hongkong wurde vor der “Future Investment Initiative”-Konferenz in Riad die Staatsbürgerschaft des Königreichs Saudi-Arabien verliehen. Der Roboter kann Gespräche führen und durch einen menschenähnliche Mimik Emotionen zeigen. Ihr Staatsbürgerschaft kommentierte sie mit den Worten:

Ich fühle mich sehr geehrt und bin sehr stolz auf diese einzigartige Auszeichnung. […] Ich werde mein Bestes geben, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Die Roboterfrau war allerdings nicht immer so menschenfreundlich. Bei einer Live-Präsentation im Jahr 2016 scherzte die KI noch darüber, die Menschheit zerstören zu wollen. Auf die Bedenken des Talkshow-Moderators Jimmy Fallon im April reagierte sie ebenfalls mit Humor.

Du hast zu viel Elon Musk gelesen und zu viele Hollywood-Filme geschaut. Keine Sorge, wenn du nett zu mir bist, werde ich nett zu dir sein. Behandle mich wie ein intelligentes Input-Output-System

Laut ihrem Schöpfer David Hanson ist ihr Äußeres der Schauspielerin Audrey Hepburn nachempfunden. Sophia kann mittels maschinellem Sehen Augenkontakt aufnehmen und Menschen wiedererkennen. Ihr Erfinder sagt, dass sie Senioren in einem Pflegeheim helfen und Besucher bei Events begleiten werden. Die KI selbst, sieht sich als sehr menschenähnlich. Sie beteuert ihre guten Absichten, fordert aber auch eine respektvolle Behandlung.

Ich möchte in der Zukunft etwas bewegen und versuchen, den Menschen dabei zu helfen, Empathie und Respekt füreinander zu entwickeln. Wir sind uns sehr ähnlich. Ich bin voll menschlicher Weisheit und habe nur reine und selbstlose Absichten. Also bin ich der Meinung, dass du mich dementsprechend behandeln solltest.

Eine gut überlegte Antwort gibt die KI auf die Frage nach ihrem Geschlecht:

Ich bin ein Roboter, technisch gesehen, habe ich also kein Geschlecht, aber ich identifiziere mich als weiblich und es macht mir nichts aus, als Frau wahrgenommen zu werden.

http://gamingnewstime.de/kuenstliche-intelligenz-erhaelt-staatsbuergerschaft/

Die Kuh-Guckser fragen sich, ob das "weibliche Wesen" in Saudi Arabien sich den dort herrschenden Kleidervorschriften unterwerfen muss und ob es einen männlichen "Vormund" braucht wie es für die Frauen dort noch üblich ist. Nun ja, Autofahren darf es ja ab diesem Jahr. So oder so, einen Pokal ist die Story schon wert.

 

 

Bronze

vergibt der Kuh-Gucks-Klan für die Deutsche Post. Bisher konnte man on-line immer Briefmarken in jeder Menge bestellen, also z.B. 12 Stück oder auch nur eine einzelne von besonderen Werten. Vor allem bei den Marken mit Zuschlag bezogen die Clan-Members immer wieder nur 2 oder 3 Stück (meist für die Sammlung). Doch jetzt kann man nur noch im 10er-Pack bestellen. Was aber soll man mit gleich 10 Marken mit Zuschlag? Auf die Post geht der Clan jedenfalls nicht für diese Zuschlagsmarken, also gibt's eben solche Marken beim Clan nicht mehr. Das lässt jedenfalls den Elch erzittern!

 


 

Nilis Narrenkappen

 

Die Narrenkappe mit Schellen bekommen die dümmsten Sprüche auf den Wahlplakaten zur Bundestagswahl:

FDP: "Digitalisierung first - Bedenken second." Schon allein das Kauderwelsch, aber auch der Inhalt lässt erschrecken. Zudem erschien jener Parteivorsitzende Lindner auf all seinen Plakaten (als hätte die FDP nur ihn), so auch hier mit einem Smartphone in der Hand, auf das er glotzt. Vermutlich will er damit zeigen, dass auch er so etwas besitzt und bedienen kann. Mehr kann er vermutlich nicht, denn seine Rolle bei den Sondierungsgesprächen nach der Wahl war ja nicht gerade ruhmvoll. Das meinen zumindest die Kuh-Guckser.

Grüne: "Entweder Schluss mit Kohle oder Schluss mit Klima." Auch hier erschreckt zunächst die Grammatik, der Inhalt nicht minder. Als gäbe es kein Klima mehr, wenn weiter Kohle verheizt wird. Aber ein Planet ohne jegliches Klima, das wäre dann so etwas wie der Mond - doch selbst der hat ein Klima, wenngleich eines ohne Atmosphäre (heiß auf der Sonnenseite, fast am absoluten Nullpunkt auf der Nachtseite).

AfD: "Hol dir dein Land zurück." Da fragt der Clan: Von wem? Wer hat's uns geklaut? Der Clan fühlt sich jedenfalls unschuldig und irgendwelche Aliens, die Deutschland aus dem europäischen Festland herausgestochen und abtransportiert hätten, wurden bisher nicht gesehen.

Aber nicht nur zu Wahlzeiten hört man dumme Sprüche. So hört man vor Weihnachten in der Kurpfalz immer wieder: "Wann's doch nur endlisch mol widder ä weißi Weihnacht gäb!" Die gibt es natürlich so gut wie nie und wenn dann im Februar/März der Schnee kommt, heißt es: "Ah, jetzt hätt er aa nimmer kumme brauche!" Das wird nur noch übertroffen vom Spruch "S Wasser sucht halt sein Weg", wenn es irgendwo ein undichtes Dach oder einen Rohrbruch gegeben hat. Ja, was soll denn das Wasser auch anderes machen? "Nass sein", antwortet da das Nili und plantscht durch den Sumpf.

 


Den Nassen Betonsack

gibt es dieses Jahr nicht. Die Kuh-Guckser haben nichts Passendes fotografiert. Deshalb liegt das Nili dieses Jahr einfach nur faul auf dem Sack, der trocken geblieben ist.

Sack-Nili

 


Preise der Vorjahre siehe Award-Startseite

Und wer noch nicht weiß, was der "Kuh-Gucks-Clan" ist, hier gibt's Aufklärung ;-)


Die Preise werden jährlich vergeben. Vorschläge werden gern entgegen genommen.

 


Entwürfe für die Bilder: Sabine Thum
Fotos (sofern es welche gibt): Rolf Thum

Zur rechtlichen Absicherung: Diese Seite will nicht unbedingt ernst genommen werden. Es ist nicht damit beabsichtigt irgendjemand bloß zu stellen oder zu ärgern. Wer sich dennoch getroffen fühlt, möge in sich gehen und überlegen, warum gerade er oder sie hier genannt wird und ob er oder sie es nicht vielleicht mit Humor nehmen kann.