Kuh-Guckser-Award

für gaaaaanz besondere Leistungen, Schildbürgereien und Absurditäten

Preise 2016

 

Gold

Ein unangehmes Erlebnis hatten wir dieses Jahr in einem Hotel-Parkhaus in der spanischen Stadt Zaragosa: Die Rampe zu den Parkplätzen war so eng, dass man nur mit Hilfe eines Hotelangestellten hineinfahren sollte - und vor allem war sie steil, unheimlich steil. Die Einfahrt - nach unten - ging ja noch; auch war der Muchacho, der vorweg lief und mich lotse, routiniert. Doch die Ausfahrt! Ich musste die enge "Schneckennudel" mit 3 mal 360°-Kehren wieder hinauf, was bei der horrenden Neigung nur mit Vollgas ging, was wiederum dazu verleitete, viel Gas zu geben. Ein konzentriertes Lenken war nur schwer möglich! Dazu kam, dass mir dieses Mal eine Hotelangestellte behilflich war, die noch keine große Erfahrung zu haben schien. Jedenfalls hing ich irgendwann an der Wand! Kam weder vor noch zurück. Panik, Angstschweiß! Die Muchacha wusste auch nicht weiter, schrie nur erschrocken auf und starrte mich ratlos an. Irgendwie schaffte ich es den Wagen frei zu bekommen und den Rest der Rampe raufzumanövrieren - mit dem Ergebnis, dass die rechte hintere Seitentür und der Kotflügel dahinter ziemlich zerkratzt sind. Nun ja, man muss dem Hotel zu Gute halten, dass man dort um die Probleme der Rampe wusste und die Wände mit Gummimatten ausgekleidet waren. Somit waren die Kratzer "nicht schlimm" - ein schwacher Trost.

Wem immer ich diese Geschichte erzählt habe und schon einmal selbst in einem spanischen Parkhaus gewesen ist, nickte nur mitleidig - spanische Parkhäuser sind wohl überall ähnlich eng! Es ist zum Auf-den-Goldtaler-beißen!

Übrigens sind deutsche Parkhäuser auch nicht gerade "autofahrerfreundlich", so z.B. in Speyer oder Ingolstadt (Tiefgarage am Theater). Die vielen Kratzer an den Säulen zwischen den Parkbuchten verraten ihr Übriges ...

 

Silber

gebührt eigentlich uns allen, oder zumindest denen, die inzwischen von ihrem Smartphon so abhängig sind, dass sie meinen, ohne das Ding nicht mehr leben zu können. Vielleicht ist die hier abgebildete Story aus der ZEIT Satire, vielleicht auch nicht. Ich bekam auch nicht heraus, ob der Slogan, den ich als Ankündigung für eine Vortragsreihe einer Hochschule gelesen habe, Satire war oder nicht: "Das Smartpfohne ist dein zweites Gehirn!" Vielleicht ist es für viele inzwischen schon das erste Gehirn? Jedenfalls hoffen die Kuh-Guckser, dass der eine oder andere Leser dieser Zeilen noch ein eigenes (Rest)Hirn besitzt!

 

Bronze

vergibt der Kuh-Gucks-Klan für all die Produkte, die uns beim Garten- und Krammarkt "Dehner" begegnet sind. Wenn man so sieht, was für die "Lieblinge" alles auf dem Markt ist, darf man sich dann noch über irgend etwas wundern? Und wenn man dann auf die Etiketten schaut, wo die Produkte herkommen (ja, woher wohl!), wird aus dem Wundern nur noch ein Kopfschütteln.

Zu sehen: Geschirr und Leine für Hasen, "Kuschelschloss" für Hamster, Plastikkorallen ("Smiling corals") fürs Aquarium, Katzenspielzeug

HasenleineKuschelschlossSmiling_Coral

Katzenspielzeug

 

 


Die Narrenkappe mit Schellen vergeben wir dieses Jahr nicht, da uns gar allzu viele Narren über den Weg gelaufen sind, privat, beruflich und vor allem in der Politik! Gerade bei Letzten, wo soll man da anfangen? Vertagen wir es; warten wir, was 2017 bringt.

 


Den Nassen Betonsack

gibt es dieses Jahr für das Theater in Ingolstadt - ein Gebäude, das angeblich einen Archtikturpreis gewonnen hat. Der unschiere Betonklotz bekommt nun auch noch unseren Preis!

Theater

Nasser Betonsack und Nilis

Einen kleinen Betonsack gibt es noch für den Parkplatz am Goetheinstitut Mannheim. Dort wurde vor mehr als 2 Jahren der Boden aufgerissen (warum ist unbekannt) und der Graben mit Schotter aufgefüllt. Der Schotter "bewegt sich" dank der täglich darüber fahrenden Autos bis die Stelle zum Schlagloch wird. Dann wird der Schotter einfach wieder ins Loch gekehrt. Warum das Loch aber nicht zuasphaltiert wird, darüber rätseln die Kuh-Guckser.

Des Rätsels Lösung war: der Platz wurde eh im Jahr drauf bebaut.

 


Einen Trostpreis gibt es

für eine Passage aus einem Manuskript, das mir für meine Hochschulzeitschrift eingereicht wurde, wohl wissend, dass es nilpferd-schwer ist, allgemeinverständliche Texte über komplexe Sachverhalte zu schreiben: "Durch Entwurfssprachen steht somit ein sehr leistungsfähiges Engineering-Framework zur Verfügung, das auf maschinelle Abarbeitung und Wiederverwendung von Entwurfs- und Fertigungswissen abzielt und den Produktentwickler durch automatische Modellgenerierung und Berechnungsautomation von Routinearbeiten entlastet (Rudolph, 2006). Graphenbasiert bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sogenannte Knoten eines Graphen als abstrakter Platzhalter für reale Objekte dienen und stellvertretend für das Entwurfsobjekt eine Graphenrepräsentation maschinell verarbeitet wird."

Alles klar?

 


Ach ja:

Die Gartenanlage eines meiner Nachbarn "wächst" auch weiter! Der "Teich", dessen Fundament bereits vor über 20 (zwanzig!) Jahren ausgehoben wurde, bekam eine "Innenmauer", zumindest den Ansatz dazu (dahinter zu sehen eine Baustahlmatte, da der Raum zwischen den Mauern sicher mit Beton ausgegossen werden soll). Wir dürfen hoffen, dass nach 20 weiteren Jahren Fische in diesem Teich schwimmen dürfen.

Affs_Teich

 


Preise der Vorjahre siehe Award-Startseite

Und wer noch nicht weiß, was der "Kuh-Gucks-Clan" ist, hier gibt's Aufklärung ;-)


Die Preise werden jährlich vergeben. Vorschläge werden gern entgegen genommen.

 


Entwürfe für die Bilder: Sabine Thum
Fotos: Rolf Thum

Zur rechtlichen Absicherung: Diese Seite will nicht unbedingt ernst genommen werden. Es ist nicht damit beabsichtigt irgendjemand bloß zu stellen oder zu ärgern. Wer sich dennoch getroffen fühlt, möge in sich gehen und überlegen, warum gerade er oder sie hier genannt wird und ob er oder sie es nicht vielleicht mit Humor nehmen kann.